Ein Jahr nach Ghouta: Tausende SyrerInnen von Seuchen bedroht – Beitrag von Jens-Martin Rode

Article  •  Publié sur Souria Houria le 16 août 2014

Mit einem dramatischen Appell wendet sich Anfang August 2014 die syrische Menschenrechtsorganisation Violations Documentation Center in Syria (VDC) an die Weltöffentlichkeit: In dem im Vorjahr von Giftgasangriffen gezeichneten Damaszener Vorort Ost Ghouta sind tausende Menschen akut vom Tod durch Infektionskrankheiten bedroht. Das brisante dabei: Krankheiten wie Typhus, Tuberkulose und Hepatitis sind unter „normalen“ Umständen durchaus behandelbar. Doch unter den Bedingungen der Belagerung durch das syrische Regime sind wichtige Medikamente und vor allem sauberes Wasser zur Zubereitung von Nahrungsmitteln kaum zu bekommen. Tuberkulose erfordert zudem eine spezielle Behandlung mit Medikamenten, die unter genau kontrollierten Bedingungen gelagert werden müssen. Deshalb werden sie in Syrien nur über die Weltgesundheitsorganisation und in den Apotheken des Syrischen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds ausgegeben.

Aber: Die Verweigerung der Lebensmittel- und Medikamentenversorgung ist Teil der Strategie, die es dem Syrischen Regime ermöglichen soll, von Rebellen gehaltene Gebiete wieder unter Kontrolle zu bekommen. Solange die Belagerung anhält, ist die Ausbreitung der Krankheiten nicht zu stoppen. Deshalb appelliert das VDC an die Weltgesundheitsorganisation WHO, das internationale Rote Kreuz und den Syrischen Halbmond, die Verantwortung dafür zu tragen, dass Hilfsgüter die Bedürftigen auch erreichen können. Die Menschenrechtsorganisation fordert damit eine konsequente Umsetzung der Resolution Nr. 2165 des UN Sicherheitsrates ein, welche klar vorsieht, dass die humanitäre Versorgung der Bevölkerung diskriminierungsfrei, bedingungslos und ohne notwendiges Einverständnis des Regimes erfolgen muss.

source : https://www.adoptrevolution.org/ein-jahr-nach-ghouta-tausende-syrerinnen-von-seuchen-bedroht/
date : 08/08/2014

 



Inscrivez-vous à notre newsletter